Nordtour

Übersichtskarte Nordtour

Die Nordtour bietet eine Kombination von Tauchgängen an den bekanntesten Wracks im Roten Meer mit Rifftauchgängen in prächtigen Hartkorallengärten.

Von Hurghada aus führt die Route vorbei an Tauchplätzen wie Shabrur Umm Gammar oder carless Reef , Sha áb El Erg und Siyul zum berühmten Schiffsfriedhof bei Abu Nuhas. Abu Nuhas liegt westlich der stark befahrenen Schiffahrtsrinne der Straße von Gubal. Das Riff ist schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden.

 

Übersicht Abu NuhasAbu Nuhas

  • Giannis D. (Pos.N27 34.680 E33 55.365 )
  • SS Carnatic (Pos. N27 34.866 E33 55.645)
  • Chrisoula K. (Pos. N27 34.883 E33 55.916)
  • Kimon M. (Pos. N27 34.803 E33 55.913)

Giannis D.

In drei Teile zerbrochen, liegt die „Giannis D.“ am westlichen Ende des Riffs. Vor allem das Heck des 100 Meter langen Frachters ist gut erhalten. Noch heute, fast 30 Jahre nach dem Untergang, können Brücke und Aufbauten bestaunt werden. Durch eine Schieflage von rund 50 Grad ist das Eindringen in diese Räume ein ganz besonderes Erlebnis. Fast waagrecht verlaufende Treppen, schräge Wände und ein Boden, der den Flossen immer im Weg ist, sorgen für reichlich optische Verwirrung. Dennoch ist dasErkunden nicht gefährlich, denn irgendwo leuchtet immer ein sicherer Ausgang. So ist auch das Betauchen des Maschinenraums kein Problem. Er ist von oben über Luken oder von der Seite erreichbar.Der Mittelteil des Schiffs ist völlig zerborsten,nur die Reste eines Laderaums sind noch erkennbar. Interessanter ist der Bug. Er liegt mit seinem Mast am aufsteigenden Riff zwischen zehn und 18 Metern. Die hier liegenden Taue sind üppig mit Weichkorallen bewachsen, in den Nischen der Bordwand haben sich dichte Schwärme von Glasfischen angesammelt und große Napoleons patrouillieren am Bug entlang.Von den vergeblichen Versuchen das Schiff durch Ankern zu retten, zeugt noch heute die zum Riffdach verlaufende Kette. Doch des einen Leid ist nicht selten des anderen Freud. Und so bescherte die Havarie der „GiannisG.“ den Tauchern ein weiteres Wrack am Sha’ab Abu Nuhas.

SS Carnatic

Der Rumpf der 90 Meter langen, 1869 gesunkenen „SS Carnatic“ liegt auf der Backbordseite parallel zum Riff. Er hat eine Schräglage von etwa 60 Grad und gleicht durch die freiliegenden Querträger, Spanten und Überresten des einstigen Zwischendecks einem Skelett. Wie so häufig ist auch dieses Wrack in drei Teile zerbrochen, wobei das Vor- und das Achterschiff recht gut erhalten sind. BeideTeile geben einen aufschlussreichen Einblick in die Konstruktionsweise aus der Übergangszeit vom Segel- zum Dampfschiff. Das hölzerne Gerüst vermittelt dem Betrachter das Gefühl, durch eine antike Säulenhalle zu tauchen. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch die zwischen der fehlenden Deckenbeplankung hindurchbrechenden Sonnenstrahlen. Im vorderen Teil der „SS Carnatic“ fällt die gewaltige Ankerwinde ins Auge. Die Carnatic war den Rohrleitungen zufolge dampfbetrieben. Eine dicke Kette weist nach vorn zur Ankerklüse, die von der Winde dick verkrustet  zum Meeresboden hinabfällt.

Chrisoula K

Ein griechisches Schiff, das 1976 sank und jetzt mit seiner  vollen Ladung von steinernen Bodenfliesen auf 30m Grund liegt. Daher auch der Spitzname "Fliesenwrack". Ganz früh am Morgen findet man manchmal einen Weißspitzenriffhai, der unter dem Heckruder schläft. Geben Sie beim Maschinenraum gut Acht, da es nur wenig und enge Ein- und Ausstiegspunkte gibt und generell das Hineinschwimmen in dieses Wrack wegen seiner unstabilen Lage nicht empfehlenswert ist.

Kimon M (oft auch Olden)

Über dieses Wrack ist allgemein nicht viel bekannt, außer dass es 1981 aufs Riff auflief und wegen seiner Ladung als "Linsenwrack" bekannt ist. Die Kimon M liegt in 31m Tiefe auf ihrer Steuerbordseite und zeigt uns auf einer Seite den kompletten Schiffsrumpf und auf der anderen die offenen Stauräume. Wegen der Lage und der Strömungen ist der Bewuchs des Rumpfes nicht so ausgeprägt. Auf der Steuerbordseite leben große Muränen in den verstreuten Wrackteilen und viele Fische umschwimmen das Wrack. Man sieht, dass diemeisten Fische hier vom Fressen der Linsen aus den Säcken in den Laderäumen übergewichtig sind. :-)

Das berühmte Wrack der Thistlegorm und das  Wrack der Rosalie Moller stellen die taucherischen Höhepunkte dieser Safari dar.

Thistlegorm

Die Thistlegorm ist am Anfang des zweiten Weltkrieges von einem deutschen, von Kreta kommenden,Bombengeschwarder versenkt worden. Sie war unterwegs von Cape Town nach Nordafrika, um dort stationierte Truppen mit div. Material zu versorge (Munition, Handgranaten, Panzerminen, BSA Motorräder, Autos der Marke Morris, LKWs von Bedfor, MK II Leichtpanzer, zwei Eisenbahnwagen, zwei Lokomotiven, div. Ersatzteile, Medikamente, Reifen, Gummistiefel,...). Es wurde von zwei Bomben getroffen und sank anschließend waagrecht auf den in 30 Meter liegenden Sandboden ab. Entdeckt wurde das Wrack 1965 von Jacques Cousteau. Die Thistlegorm gilt, dank des gut erhaltenen Wacks sowie der Ladung, als das schönste und interessanteste Wrack im Roten Meer. Interessanterweise gibt es hier keinen festen Ankerplatz bzw. Bojen.Deshalb ist der Platz ohne GPS kaum zu finden und man muss sein Boot erst mit einem oder mehreren Tauen am Bug oder Heck des Wracks festmachen. Üblicherweise wird das durch die Guides erledigt. Beim ersten Tauchgang wird meistens das Schiff von außen betaucht und beim zweiten Tauchgang dann die Laderäume. Es gibt u. a. Fledermausfischschwärne, Barakudas, Zackenbarsche, Schnapper, Makrelen, Falterfische, Doktorfische, oder Krokodilfische zu beobachten.

Rosalie Moller

Nur zweieinhalb Stunden von El Gouna liegt das Schwesterschiff der etwas berühmteren Thistlegorm. Auch wenn, oder gerade weil die Rosalie Moller schon an der Grenze für Sporttaucher liegt (30 bis 50m tief), ist sie doch Garant für einen interessanten Wracktauchgang. Dies nicht icht nur wegen des ausgezeichneten Zustandes des Wracks, das viel weniger betaucht wird als die Thistlegorm. Glassfische hüllen das Wrack von Bug bis Heck ein und unzählige Rotfeuerfische, die erstaunlich groß sind,  jagen ihnen nach. Außen am Wrack schwimmen die üblichenFreiwasserfische vorbei, Thunfisch, Stachelmakrelen, Kaiserfische und viele mehr… Fracht (Kohle) ist nicht mehr vorhanden, aber es gibt einige interessante Einstiege für die „Wrackies“ unter uns. Auf dem Weg von Durban, (wo sie am 11.09.1941 mit einer Ladung von 4680t aufbrach) nach Alexandria passierte die R.M. problemlos die gesamte Ostküste Afrikas. Nach einem Aufenthalt in Aden durchfuhr sie die Meerenge von Bab al Mandab und gelangte von dort bis zur Straße von Gubal. In der Nacht vom 7.10.1941 lag die R.M. nordöstlich der Insel Gubal Saghir an einer durch Militärquellen als sicher beurteilten Stelle (Code Safe Anchorage H). Der Halt war notwendig, da der Suezkanal von einem auf eine deutsche Seemine aufgelaufenen Schiff blockiert wurde. Am 08.10.1941 um 0:45h wurde die R.M. von zwei dem deutschen Kampfgeschwader KG26 angehörigen Bombern Heinkel HE 111 gesichtet – der gleichen Einheit mit dem Stützpunkt auf Kreta, deren Flieger zwei Tage zuvor die SS Thistlegorm versenkt hatten. Die Rosalie Moller wurde angegriffen und von zwei Bomben steuerbord in der Nähe der Laderäume 4 und 5 getroffen. Sie sank um 01:45h unmittelbar nach dem Angriff. Bis auf zwei Männer die bei dem Bombenangriff ums Leben kamen, konnte sich die gesamte Besatzung (30 Mann) retten. Das Wrack wurde erst 1993 wieder gefunden.