Daedalus - Zabargad - Rocky Island - St. Johns Reef

deepsouthUnsere "Deep-South" Safari führt über die Marine Parks Daedalus Reef, Zabargad und Rocky Island bis zur St. Johns Riffplatte ca. 40 km nördlich der Seegrenze zum Sudan.

Daedalus Reef

Das auch unter dem Namen Abu el Kizan oder Abu Kizan bekannte Daedalus Riff liegt ca. 140 km von Port Galib und rund 80 km von Hamata entfernt inmitten der Hochsee. Das eiförmige, ca. 500 Meter lange und ca. 300 Meter breite Riff erhebt sich vom umliegenden bis zu 500 Meter tiefen Meeresgrund bis knapp unter die Wasseroberfläche und beherbergt ein Leuchtfeuer. Eine ausführlichere Beschreibung des Daedalus Reef finden sie hier.

Zabargad Island

Die Insel Zabargad, oft auch bezeichnet als „Gezired Zabargad“ oder „St. John's Island“ war schon zu Zeiten der ägyptischen Pharaonen für eine ihrer geologischen Besonderheiten bekannt. Der arabische Name der Insel bedeutet soviel wie „grüner Stein“. Dieser „grüne Stein“ - Forsterit – war im alten Ägypten sehr begehrt und wurde bis in die jungere Vergangenheit dort in Mienen gewonnen.

Die dreieckige Insel, deren Spitze 235 Meter aus dem Meer herausragt, liegt 46 km südöstlich von Ras Banas. Sie ist umgeben von einem Saumriff, das im Süden eine türkisfarbene Lagune ausbildet. Der südliche Strand ist Brutstätte der echten Karettschildkröte. Der Meeresgrund rund um Zabargad ist bis zu 600 Meter tief – es besteht daher eine gute Chance für Großfischbeobachtungen an den Steilabfällen.

Der südliche Riffsaum fällt auf 10-15 Meter ab. Er geht in eine Sandfläche über, die sanft auf 30 bis 35 Meter sinkt und schließlich an einem Abriss endet, der schnell Tiefen von über 80 Metern erreicht. Auf dem Sandhang befinden sich teilweise extrem geformte Korallenblöcke (Ergs) mit Überhängen, Spalten und kleinen Höhlen. Die Fischfauna ist artenreich (Muränen, Drachenköpfe, Rochen, Krokodilfische, verschiedenste Barsche etc.), zahlreich sind auch die Wirbellosen (Sepien, Kalmare, Kraken und Nacktschnecken).

Im Nordosten befindet sich in ca 24 Meter Tiefe ein rund 70 Meter langes Wrack – vermutlich ein russisches Frachtschiff. An der Ostseite der Insel erstreckt sich ein weitläufiger Korallengarten.

Rocky Island

El Gabal oder Rocky Island liegt ca. 5 Km südöstlich von Zabargad. Aus bis zu 1000 Metern Tiefe erhebt sich die Insel vom Meeresgrund. Sie ist mit ihren steil abfallenden Flanken ein idealer Tauchplatz für Haibeobachtungen.

Hammerhaie, Weißspitzenhochseehaie, große Barrakudaschulen und Thunfische sind hier heimisch. Auch Walhaie wurden schon häufiger gesichtet. Die Wände und Canyons sind mit Gorgonien und Weichkorallen bewachsen.

Die Safariboote ankern meist im wind- und strömungsgeschützeten Süden der Insel. Ankert das Boot im Südosten, so ist es manchmal möglich im klaren Wasser Haie schon vom Boot aus zu beobachten.

Rocky North liegt am strömungsexponierten Teil der Insel. Durch die Einflüsse von Strömung und Wetter ist der Korallenbewuchs dort nicht so ausgeprägt wie bei Rocky East – allerdings besteht hier die beste Chance auf Großfischbeobachtungen.

St. Johns Riffplatte

Die St Johns Rifplatte beherbergt zahlreiche hochkarätige Tauchplätze von denen nachfolgend eine kleine Auswahl beschrieben wird.

St. John South

stjohnsouthEtwas mehr als 62 km südlich von Ras Banas und 33 km östlich des ägyptischen Festlands befindet sich das südlichste Riff der St. John's Riffplatte. Es wird auch häufig als Dangerous Reef bezeichnet, wobei mir der Ursprung dieser Namensgebung eher schleierhaft ist. Das Riff ist dreieckig und fällt recht steil auf eine Tiefe von rund 25 Metern ab. Im Norden befinden sich weitläufig verteilt einige Ergs. Der Ankerplatz befindet sich im Strömungsschatten auf der Südseite des Riffs.

Für eine Umrundung sollte man ca 75 Minuten Zeit einplanen. An der Südseite haben sich in ca. 4-8 Meter Tiefe canyonartige Einschnitte, Höhlen und Grotten gebildet. Sie sind z. T. eingefasst von schwarzen Korallen und teilweise betauchbar. Das Riff bietet sich in diesem Bereich auch gut für Nachttauchgänge an.

Im Südosten trifft man in Tiefen bis 8 Meter auf einen zerklüfteter mit Geweihkorallen bewachsener Korallengarten mit ausgedehnten Anemonenfeldern. Der Riffsockel liegt hier bei ca. 25 – 30 Meter im Sandgrund. Tiefen bis 40 Meter können im Nordosten des Riffs erreicht werden.

Small Habili

smallhabiliAls "Habili" werden im Arabischen Riffe bezeichnet, die noch nicht die Wasseroberfläche erreicht haben – ein wenig vergleichbar mit den "Thilas" auf den Malediven.

Small Habili (auch genannt Erg Gramsa St. John's) wird mit zu den schönsten Tauchplätzen der St. John's Riffe gezählt.

Das Riffdach liegt in einer Tiefe von 6-8 Metern. Es eignet sich mit seinem üppigen Korallenbewuchs hervorragend zum Austauchen am Ende des Tauchgangs. Die Flanken des kleinen ovalen Riffpfeilers fallen ringsherum steil auf ca. 30 Meter Tiefe ab. Im Norden und Süden bildet das Riff zwei kleine Plateaus aus, die kontinuierlich bis auf ca. 50 Meter Tiefe sinken, um dann an einem Abriss auf bis zu 800 Metern Tiefe zu enden. Small Habili kann in ca. 25 Minuten umrundet werden.

Tauchgänge an Small Habili werden oft von vielen Schwarm- und Großfischen begleitet.

Big Habili

big habiliBig Habili wird auch Habili Ali oder Habili Habibi genannt.

Das Riffdach von Big Habili – St. John's liegt demzufolge in einer Tiefe von rund 6 Metern. Das Riff selbst hat eine Ost-West-Ausdehnung von rund 300 Metern, die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 80 Meter.

Im Norden hat das Riff einen schmalen ca. 20 Meter tief liegenden Sockel, der dann schnell auf Tiefen um 150 Meter abfällt. Von Südwest nach Südost gibt es mehrere schmale Absätze mit Tiefen zwischen 25 und 40 Metern. Ausserhalb dieser Vorsprünge werden Tiefen um 120 Meter erreicht.

Aufgrund der vorherrschenden Strömungen aus nördlicher Richtung, können an der Ost- und an der Westspitze häufig Haie (Grauhaie, Hammerhaie, auch Silberspitzenhaie) beobachtet werden. Schwarze Korallen können im Nordwesten ab ca. 7 Meter Tiefe beobachtet werden.

Im Westen befindet sich auf Tiefen zwichen 30 und 45 Meter ein grosses Gorgonienfeld, deren Durchmesser zum Teil über 2 Meter liegt. Die Südseite ist in Tiefen von 12 – 25 Metern von Rissen und Auswaschungen durchzogen. Am östlichen Ende des im Südwesten liegenden 30-Meter Plateaus befindet sich in ca. 12 Meter Tiefe ein schönes Anemonenfeld.

Die Boote ankern üblicherweise im Süden von Big Habili.

Eden Reef

edenreefRund 55 km südlich von Ras Banas und 18 km östlich der ägyptischen Rotmeerküste liegt das der St. John's Riffplatte vorgelagerte Eden Reef. Das sichelförmige Riff ist ca. 200 Meter lang und 150 Meter breit. Die Tiefe der im Lagune im Südwesten variiert zwischen 6 und ca. 15 Metern. Die Lagune bietet einen sicheren Nachtankerplatz, wobei die vorgelagerten Riffpfeiler der Bootsmannschaft erhöhte Aufmerksamkeit bei der Einfahrt abfordern.

Ausserhalb der Lagune liegen die Tauchtiefen zwischen 20 und 40 Meter und fallen dann bis zum Meeresgrund auf ca. 70 Meter ab.

Eden Reef bietet sich für zwei Tauchgangsrouten an. Die eine Route beginnt an der Südost-Spitze in einem schönen Korallengarten und führt in nördliche Richtung. Das Gebiet ist recht fischreich. Be einer Tiefe von rund 30 Metern erreicht der Taucher einen Steilabfall. Dort besteht die Chance Hammerhaie anzutreffen. Der drop-off ist bewachsen mit schwarzen Korallen und Lederkorallen.

Für den Tauchgang im Nordwesten lässt man sich am besten mit dem Schlauchboot aussetzen und taucht dann mit der linken Schulter am Riff zum Boot zurück. Im Nordwesten fällt das Riff relativ steil auf einen schmalen Sockel bei ca. 20 Metern Tiefe ab und reicht dann bis in eine Tiefe von ca. 70 Meter. Beim Umtauchen der Westspitze trifft man dann auf die Lagune, die insbesondere bei Nachttauchgängen ihre Schokoladenseite präsentiert.

Big Gota

biggothaDie namentliche Zuordnung der St. John's Riffe ist bisweilen ein wenig konfus. Deutsche, arabische und englische Namensgebungen für ein und dasselbe Riff werden abgerundet durch wieder anderslautende Bezeichnungen lokaler Guides und Bootsmannschaften.

Big Gota John wird u. a. auch bezeichnet als Gota Kebir, Gota Kebeer oder Gotha Kebir. Die arabische Bezeichnung Gota Kebir bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "großes Teil". Das ovale (fast aber schon einem Dreieck ähnelnde) Riff bietet sich wegen seiner Dimension für mehrere Tauchgänge an. In Abhängigkeit von Wetter und Strömung (es herrschen meist Strömungen in Nord-Süd Richtung vor) bietet es sich an, die Tauchplätze mit dem Zodiak anzufahren.

Die Nordspitze hat zwei Plateaus auf Tiefen von 15 Meter und 35 Meter. Es besteht dort eine gute Chance für Haibeobachtungen (Weißspitzen Riffhaie, Grauhaie).

Begibt man sich entlang der Ostwand in südliche Richtung, empfiehlt sich der obligatorische Blick ins Blauwasser – oft lassen sich hier pelagische Besucher blicken.

Obwohl der Bewuchs mit Weichkorallen bis in Tiefen von ca. 15 Metern nicht ganz so kräftig ist, wie bei anderen Riffen der Umgebung, finden sich ab etwa 30 Meter Tiefe prächtige Gorgonien und rote Korallenpeitschen am drop-off.

An der südöstlichen Ecke gibt es einige prächtige Überhänge und tiefe Einschnitte in das Riff. Dort halten sich oft Schildkröten auf. Es ist nicht ratsam sich in die Einschnitte hinein zu begeben, da die Wasserbewegung dort oft sehr stark ist. In der Nähe dieser Öffnungen gibt es einige große Ansammlungen von Anemonen.

Das Südplateau reicht von ca. 15 Metern Tiefe bis hinunter auf 30 Meter. Im Südosten des Plateaus kann man in 10-15 Meter Tiefe einige Grotten entdecken.

St. Johns Cave - Cave Reef

stjohnscaveCave Reef, auch oft als Um Kharahim bezeichnet, liegt ca. 27 km südlich von Ras Banas, das Festland im Westen und Zabargad im Osten liegen jeweils rund 33 km entfernt. Die Riffplatte, deren Bestandteil Cave Reef ist, erstreckt sich ungefähr 2 km nach Süden, wobei der südlichste Punkt dieser Riffplatte das Paradise Reef ist.

Das L-förmige Hauptriff ist durchzogen von Tunnels und Spalten, von denen viele keinen direkten Aufstieg an die Oberfläche ermöglichen. Durch die zahlreichen kleineren und größeren Öffnungen zum Riffdach fällt tagsüber genug Licht ein, so dass der Gebrauch einer Lampe nur dann erforderlich ist, wenn auch kleinere Spalten und Ausbuchtungen erforscht werden sollen. Während nordwestlich des Riffs schnell 60 Meter Tiefe erreicht werden, geht es iim Süden und Osten bei ca 18 Meter Tiefe in den sandigen Grund über. Der Liegeplatz für grössere Safariboote liegt im Osten, wo ab Tiefen von ca. 20-25 Metern wieder Korallenfelsboden vorherrscht. Diese Position ist, ebenso wie der 20 Meter Bereich im Süden des Riffs, auch ein geeigneter Nachtliegeplatz.

Mit dem Zodiak lässt man sich im Mittelbereich auf der Westseite absetzen. Man erreicht über Tiefen von 12 Meter beim Einstieg in Richtung Südost 18-20 Meter Tiefe. Anfangs ist der Tauchgang geprägt von steil abfallenden Wänden um dann eine Region von bunten, stufenförmig abfallenden Korallengärten zu erreichen. In der Nähe der Südspitze öffnen sich im 5-10 Meter Bereich Gänge ins Riff. Von hier aus gibt es sich verjüngende Verzweigungen in Richtung der Riffmitte. Um die Südspitze herum nehmen die Höhlen und Grotten zu und die schluchtenartigen Durchlässe werden immer imposanter.

Liegt das Boot im Süden des Riffs, so zeigt der Bug meist zum Riff hin. In der Verlängerung der Schiffsachse sind am Riff zwei Öffnungen zu erkennen, die in das Tunnelsystem führen. Einen Tauchgang von diesem Liegeplatz aus beginnt in westlicher Richtung (rechte Schulter am Riff), wobei die beiden vorgenannten Öffnungen ignoriert werden. Ca. 2-3 Minuten nach dem Erreichen der südwestlichen Ecke des Riffs trifft man auf einen Eingang. Man kann dem Tunnel folgen, der in seinem Verlauf zunächst nach links führt, dann wieder nach rechts. Der sich nach dem ersten Richtungswechsel (links) eröffnende Gang lässt zunächst nicht vermuten, dass an seinem Ende in ca. 7 Metern Tiefe ein Richtungswechsel nach rechts erfolgen kann. Der sich nach dem letzten Richtungswechsel eröffnende Gang knickt in seinem Verlauf wiederum nach links ab um dann nach einem leichten Aufstieg auf ca. 6 Meter in einen Korallengarten im Norden des Riffs zu münden. Also einfach merken: links, rechts, links.

Beim Eintauchen in das Höhlensystem ist es eine gute Faustformel sich immer wenn es möglich ist in Richtung Nord-Ost zu bewegen, um in den Korallengarten zu gelangen. Im Korallengarten angekommen führt der Tauchgang wieder zurück zum Boot, wenn man darauf achtet, dass das Riff immer auf der Seite der rechten Schulter ist.

Eine andere Tauchgangsroute beginnt im Innenriff und führt durch die verschiedenen Gänge in Richtung des Ankerplatzes. Bei Nachttauchgängen sollte man nicht in die Gänge hineintauchen – die Gefahr des Orientierungsverlusts ist sehr groß.